Die als Wanderausstellung mit drei Stationen zusammen mit der
Kunsthalle zu Kiel und der Whitechapel Art Gallery in London
konzipierte Schau wird in Nürnberg in ihrer umfangreichsten Version
gezeigt. Etwa 45 Bilder (Öl auf Leinwand) der letzten zehn Jahre
vermitteln einen Einblick in das Oeuvre des in London lebenden Malers.
Peter Doig
geb. 1959 in Edinburgh und
aufgewachsen in Kanada, ist
ein Einzelgänger der
aktuellen Londoner
Kunstszene. Während viele
junge Künstler dort derzeit
ihre Auseinandersetzung mit
der Pop-Kultur auf dem
großen, nährenden Teppich
der Kunst zelebrieren, ist
Peter Doig ein Maler der
leisen Töne. An dem großen
Strom der pulsierenden
Clubszene nimmt er nicht teil
- und doch speist sich
manches in seinem Werk
aus den gleichen Quellen.
Die Malerei von Peter Doig bezieht sich auf die Geschichte der Malerei,
ohne sie an ein Ende führen zu wollen. Sie schöpft einerseits aus dem
Reservoir einer langen Tradition der Landschaftsmalerei, andererseits ist
sie fest im heutigen Leben verankert. Man kann sich angesichts der
Bilder auf Diskussionen zwischen abstrakt und malerisch, zwischen
gegenständlich und erzählerisch einlassen - aber man wird nie zu einem
eindeutigen Ergebnis kommen.
Die Bilder sind weder
Malerei um der Malerei
willen, noch sind sie vor der
Natur gemalt. Sie laufen
mit oft sprödem
Pinselstrich und einem
gleichsam
unakademischen
Bildaufbau gegen die
Vorstellung einer "schönen
Kunst".
Und doch sind sie verführerisch, bunt, voller Einzelbilder und
Erinnerungen, bieten eine offene Bühne für Gedanken und Vorstellungen.
Anlaß für die Bilder sind Reiseprospekte, Zeitungsphotos oder private
Schnappschüsse, die von persönlichen Erlebnissen zeugen. Auch ein
Film kann die Initialzündung zur Beschäftigung mit einem Thema liefern.
In den Gemälden gerinnen Erinnerung und Biographisches ebenso wie
erzählte Handlungen zu fast unerträglich dauernden Momentaufnahmen.
Immer sind es die widerstreitenden Komponenten, von abstrakt zu
figurativ, von nah zu fern, von Augenblick zu Dauer, von Tradition zu
Innovation, die die Spannung in den Bildern Peter Doigs aufrecht erhalten
und sie zu einem ganz zeitgenössischen Ausdruck einer brüchigen, in
vielen Facetten deutbaren Welt machen.
Peter Doig hat in London an der St. Martin's School und an der Chelsea
School of Art bis 1990 studiert. Er lebt, arbeitet und unterrichtet in
London.
Zur Ausstellung ist eine dt./engl. Publikation mit 152 Seiten und 81
Abbildungen mit Texten von Terry Myers, Hans-Werner Schmidt, Felicity
Lunn und Eva Meyer-Hermann erschienen.
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