
Michael Kunze, Das Mohnfeld unterwandert die Markierung ERROR,
2002 |
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Die
Ausstellung trouble with fantasy stellt ein ausgewähltes
Spektrum fantastischer Bildwelten von zehn Künstlerinnen
und Künstlern in ganz unterschiedlichen Medien vor
vom interaktiven Computerspiel über Installationen und
Videofilme bis hin zu den traditionellen Gattungen Malerei und
Zeichnung. Beteiligt sind Tobias Bernstrup, Armin Boehm, Cao
Fei, Beate Geissler/Oliver Sann, Felix Stephan Huber, Kerstin
Kartscher, Michael Kunze, Markus Selg und Katerina Vincourova.
Die bühnenartigen Landschaften und Räume oder die
hermetischen Architekturen und labyrinthischen Bauten, die häufig
die Szenerie von Computerspielen bilden, sind ohne die Räumlichkeit
erzeugenden Erfindungen und Entwicklungen der Kunst kaum denkbar.
Umgekehrt spiegelt sich aber auch in der Kunstproduktion einer
jüngeren Generation heute die teils lustvolle, teils kritische
Rezeption der computergenerierten virtuellen Welten. Schlie§lich
treten nicht nur "die elektronischen Spiele ein Erbe an,
das größer kaum sein könnte fast die
gesamte Kulturgeschichte steht ihnen samt ihrer Phantasien und
Alpträume als Schauplatz zur Verfügung."1
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So
erzeugt etwa Markus Selg mittels großformatiger Computerprints
begehbare Schauplätze einer komprimierten Welt voller
Symbole und Zeichen zwischen Vergangenheit und Zukunft. Michael
Kunzes mehrteilige Gemälde zeigen rätselhaft hermetische
Architekturen und dramatische Landschaften, die perspektivisch
so raffiniert konstruiert sind, dass verschiedene Kombinationen
der Bildtafeln möglich sind. Armin Boehm nahm das Turnierspiel
Gotcha zum Anlass für seine großformatigen Paintball-Gemälde.
Umgekehrt zeigt der neue Videofilm Return to Veste Rosenberg
von Beate Geissler und Oliver Sann viele fantastische Figuren
und Handlungen, die unmittelbar dazu animieren, sich diverse
Fantasy-Abenteuer in der mittelalterlichen Festung vorzustellen.
In der Realität einer chinesischen Großstadt bewegen
sich hingegen die fantasievoll kostümierten Protagonisten
in Cao Feis Video Cosplayers, ein Dokudrama, das vor
allem die Un-Orte der Stadt zum Schauplatz macht. Tobias Bernstrup
und Felix Stephan Huber zeigen neue, interaktive Computerspiele
als raumgreifende Installationen. Während in Bernstrups
Arbeit die elektronische Technik eines futuristischen High
Speed-Lifts die Kontrolle übernommen hat, liefert bei
Huber das ehemalige Führerhauptquartier Wolfsschanze
die passende Kulisse für explosive Aktionen, lässt
aber auch die Flucht auf vermeintlich friedlichere Levels
zu. Während die Computerspiele selbstverständlich
eine Handlung voraussetzen, um das Spiel zu erleben, aktivieren
Malerei, Video oder Zeichnung die Wahrnehmung des Betrachters
beim Schauen auf andere Weise. Die Ausstellung trouble
with fantasy wird dabei selbst zu einem spielerischen
Display, das in jedem Raum der Kunsthalle Nürnberg wechselnde
imaginäre Welten bereithält.
1 Andreas Rosenfelder: Unsere Welt im Zugriff der Konsole,
Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 20.August 2005, Nr. 193,
S. 35
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Armin
Boehm, Paintball orange, 2001
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Beteiligte
Künstlerinnen und Künstler: |
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Tobias
Bernstrup
geb. 1970 in Göteborg,
lebt und arbeitet in New York und Stockholm |
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Armin
Boehm
geb. 1972 in Aachen, lebt und arbeitet in Berlin |
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Cao
Fei
geb. 1978 in Guangzhou (China),
lebt und arbeitet in Guangzhou |
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Beate
Geissler/Oliver Sann
geb. 1970 in Neuendettelsau/1968 in Düsseldorf,
leben und arbeiten in Köln |
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Felix
Stephan Huber
geb. 1955 in Zürich, lebt und arbeitet in Berlin |
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Kerstin
Kartscher
geb. 1966 in Nürnberg, lebt und arbeitet in London |
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Michael
Kunze
geb. 1961 in München, lebt und arbeitet in Berlin |
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Markus
Selg
geb. 1974 in Singen, lebt und arbeitet in Berlin |
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Katerina
Vincourova
geb. 1968 in Prag, lebt und arbeitet in Prag |
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Zur
Ausstellung sind ein Katalog sowie eine begleitende Veranstaltungsreihe
mit Künstlergesprächen, Vorträgen, Themenführungen
und Workshops in Vorbereitung.
Die CD Killing Spree von Tobias Bernstrup mit insg.
12 Titeln ist während der Ausstellung erhältlich.
12,- EUR (Tonight Records)
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