| |
Ausstellungsübersicht
2007
The Most Contemporary Picture Show, Actually
René Daniels; Michael Krebber; Klaus Merkel
bis 28. Jan. 2007
Mit René Daniels, Michael Krebber und Klaus Merkel bringt die Ausstellung erstmals drei Künstler in einen Zusammenhang, die sich seit Mitte der 1980er Jahre auf ganz unterschiedliche Weise mit den Möglichkeiten der Malerei und dem Bild als konstitutivem Medium des Kunstbetriebs auseinandersetzen. Diese drei Künstler behandeln in ihren Werken nicht nur malerische Problemstellungen, sondern werfen darüber hinaus Fragen auf nach der Rolle des Künstlers, nach der Konzeption und Rezeption von Bildern sowie nach den Bedingungen von Kunst und Ausstellungsbetrieb. Die von Hans-Jürgen Hafner konzipierte Gegenüberstellung von ausgewählten frühen und aktuell entstandenen Arbeiten von Michael Krebber und Klaus Merkel sowie die konzentrierte Werkauswahl bis 1987 von Gemälden, Gouachen und Zeichnungen von René Daniels erlauben den Blick zurück auf diese Diskurse und aktualisieren sie zugleich.
Zur Ausstellung ist im Verlag für moderne Kunst Nürnberg eine Dokumentation erschienen mit Beiträgen von Markus Brüderlin und Hans-Jürgen Hafner.
Ina
Weber
Von Bauhaus zu Real über Lidl und Minimal
22. Feb.-15. April 2007
Das breit gefächerte Sortiment der Baumärkte liefert das Material für Ina Webers (Jahrgang 1964) sorgfältig gebaute oder in Beton gegossene Skulpturen. Hochäuser, Supermärkte, Schwimmbad und Tankstelle,
die Möblierung von Fußgängerzonen oder Studentenbuden bilden die Prototypen einer funktionalen Alltagskultur, deren Gestaltung stets auch etwas über gesellschaftliche ZustŠnde erzählt. Webers Skulturen sind jedoch keine authentischen Modelle realer Bauten, vielmehr werden in der handwerklichen Aneignung bereits existierende Strukturen kombiniert und in anderem Maßstab reproduziert. Damit verbunden ist eine heitere Aufwertung der profanen Gestaltung und die Erinnerung an ästhetische Standards der Baukultur von der Moderne bis zur Gegenwart. Ina Webers nüchterne und zugleich humorvolle Sicht auf die Welt zeigt sich besonders in den großformatigen Aquarellen, in denen sie die Stilbrüche und architektonischen Missverständnisse festhält, die entstehen, wenn sich Funktionalität mit absurder Dekorationslust mischt.
Die Ausstellung wird 2008 im Kasseler Kunstverein gezeigt; der begleitende Katalog erscheint im Kerber Verlag und enthält Texte von Bernhard Balkenhol, Giti Nourbakhsch und Ellen Seifermann.
Romantischer
Konzeptualismus
10. Mai-15. Juli 2007
Die Ausstellung befragt die Konzeptkunst seit den 1960er Jahren und ihre Ausprägungen über vier Künstlergenerationen bis heute
auf ihren romantischen Gehalt. Die Konzept-und Minimal-Kunst der 60er und 70er Jahre mit ihren Autonomieforderungen und den strengen, auf Objektivierbarkeit zielenden Regeln gilt als eher spröde, klar und rational. Sie entwickelte sich international im Zusammenhang mit den gesellschaftlichen
und politischen Veränderungen der 1960er Jahre und steht für eine Hinterfragung der medialen, institutionellen und sozialen Bedingungen von Kunst, verbunden mit einem erweiterten Handlungsfeld. Die Gesamtwerke von Künstlern wie Bas Jan Ader oder Rodney Graham und Schlüsselwerke von Robert Barry, Sophie Calle, Lygia Clark, Felix Gonzales-Torres, Susan Hiller, Douglas Huebler oder Yoko Ono belegen, dass dem Konzeptuellen etwas eingeschrieben ist,
das als seine Antithese erscheint: das Romantische. Diesen Künstlern ist gemeinsam, dass sie sich auf abstrakte, subtile und formalisierte Weisen mit Attributen der Romantik auseinandersetzen, nämlich Gefühlen der Entfremdung, Einsamkeit, Melancholie oder der Sehnsucht nach Nähe zu Menschen oder zur Natur.
Gastkurator dieses Projektes ist Jörg Heiser, Autor, Kritiker und Co-Herausgeber des Kunstmagazins Frieze. Weitere Stationen sind voraussichtlich Wien und Vilnius. Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog.
Blaue Nacht
Samstag, 19. Mai 2007, 19.30 Uhr-2.00 Uhr
Rachel
Harrison. Voyage of the Beagle
12. Sept.-4. Nov. 2007
Rachel Harrison (Jahrgang 1966) thematisiert in ihren fragilen Skulpturen die Vielschichtigkeit von Wahrnehmungsmöglichkeiten, indem sie gegensätzliche Elemente, Formen und Erzählungen in einen Zusammenhang bringt. Bunt bemalte, organische Formen bilden neben verschiedensten Sockelelementen oder aus Holzlatten konstruierten Raumteilern die Träger von Alltagsobjekten wie Kinderspielzeug, Perücken, Fotografien, Videos, Werbematerial oder Zeitungsartikeln. Die Skulpturen der in New York lebenden Künstlerin sind angesiedelt zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit und vermitteln eine Fülle kunstgeschichtlicher Bezüge vom Minimalismus bis zum Readymade. Zudem verbinden sich in den skulpturalen Materialcollagen absurde Komik, Kitsch und Formalismus mit abgründigschwarzem Humor.
Für die in Kooperation mit dem Migros Museum Zürich organisierte erste große Einzelausstellung in Deutschland und der Schweiz wird Rachel Harrison überwiegend neue Skulpturen und eine ca. 30-teilige Fotoarbeit schaffen.
Peter
Zimmermann. wheel
29. Nov. 2007-20. Jan. 2008
Die
Ausstellung wheel in der Kunsthalle Nürnberg zeigt erstmals
Peter Zimmermanns bekannte Epoxidharzbilder, deren abstrakte, farbenprächtige
Motive durch computertechnische Prozesse entstehen, im Zusammenhang
mit Beispielen aus frühen Werkgruppen wie den bedruckten "Kartons",
den Bildern von Buchtiteln, Reiseführern und Jackson Pollock
Katalogen. Dadurch wird der konzeptuelle Ansatz in den Blick gerückt,
der das Werk seit Mitte der 1980er Jahre bis heute durchgängig
prägt und bei dem die Frage nach dem Verhältnis von Original
und Abbild, von Oberfläche und Inhalt immer wieder neu verhandelt
wird. Für die Ausstellung hat Peter Zimmermann neben neuen
Gemälden und Skulpturen einen Fußboden als raumbezogenes,
begehbares Bild geschaffen.
Es
erscheint ein Katalog (deutsch/englisch) im Verlag für moderne
Kunst Nürnberg mit Beiträgen von Stephan Berg, Ellen Seifermann
und Astrid Wege.
im
Projektraum: Julius Popp bit.fall
Auf einem skulpturalen, von der Decke bis zum Boden reichenden,
transparenten Vorhang aus Wassertropfen formieren sich ständig
neue, aus Wasser geformte Begriffe, die sich beim Herabfallen wieder
auflösen. Den Input für die Installation von Julius Popp
(geb. 1973 in Nürnberg) liefert ein Computerprogramm, das nach
statistischen Regeln die aktuellen Schlagwörter von verschiedenen
Nachrichtendiensten im Internet auswählt und die digitale Information
analogisiert. In Julius Popps zwischen Kunst und Wissenschaft angesiedelter
Installation entspricht das Medium des fließenden Wassers
dem permanenten Strom an Informationen über das aktuelle Weltgeschehen.
|