|

|
|
Die 1978 in Gouangzhou geborene Cao Fei gehört zu den
wichtigsten chinesischen Künstlern ihrer Generation.
Aufgewachsen in einer Welt, die von der in Hongkong und Taiwan
entwickelten elektronischen Unterhaltungsindustrie und Werbung
dominiert ist, verbindet sie in ihren Videofilmen und skulpturalen
Installationen die Einflüsse einer globalen Post-Popkultur
mit traditionellen Elementen der Oper, des Theaters oder des
Tanzes. Souverän setzte sie seit der Jahrtausendwende
die technischen Möglichkeiten des Films, der Animation
und des Internets ein, um die rasanten gesellschaftlichen
und kulturellen Umbrüche in China darzustellen. Cao Fei
entwickelte in kürzester Zeit eine ganz eigenständige
Bildsprache, in der sich Realität und Fiktion, Geschichte
und Gegenwart überblenden. In ihren 'Doku-Dramen' wie
etwa Nu River (2007) oder Cosplayers (2004)
nimmt sie bewusst eine zwischen Innensicht und Außenblick
vermittelnde Perspektive ein, bei der Dokumentation und Fiktion
ineinander greifen. Vorgestellt werden auch die neuesten Projekte
RMB City und i.Mirror, die Cao Fei seit 2007
im Internet mit ihrem Avatar China Tracy auf 'Second Live'
als utopische Städte und zukünftige Lebensformen
entwickelt. Die Ausstellung in der Kunsthalle Nürnberg
ist die erste umfassende Einzelausstellung der chinesischen
Künstlerin in Deutschland, die in Zusammenarbeit mit
Vitamin Creative Space, Peking/Gouangzhou und Le Plateau,
Paris, organisiert wird.
Zur Ausstellung ist das Künstlerbuch Journey (chinesisch/englisch)
erschienen, das die Kunsthalle Nürnberg durch ein deutschsprachiges
Begleitheft ergänzt.
Abbildungen:
oben: Cosplayers, 2004, Fotografie und Videoinstallation,
Courtesy: Künstlerin und Vitamin Creative Space
unten: Whose Utopia, 2006, Videoinstallation, Courtesy:
Künstlerin und Vitamin Creative Space
|