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Die Ausstellung Das Gelände in der Kunsthalle
Nürnberg bezieht sich auf das ehemalige Reichsparteitagsgelände
in Nürnberg. Es dokumentiert als größtes zusammenhängendes
Ensemble von Bauten und monumentaler Architektur den Größenwahn
und Machtanspruch des Nationalsozialistischen Regimes. Das
Gelände ist gleichermaßen Freilichtmuseum und
Freizeitareal; es fungiert als frei zugänglicher Ort
der Geschichte, der ebenso als Naherholungsgebiet wie auch
für kommerzielle Großveranstaltungen genutzt wird.
Die Ausstellung Das Gelände versammelt Arbeiten
von zwölf Künstlerinnen und Künstlern, die
sich auf individuelle Weise und aus eigener Initiative mit
dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände befasst haben.
Ausgehend von Bauten wie der Großen Straße, der
Kongresshalle oder der Zeppelintribüne setzen die Kunstwerke
dem ideologisch geprägten Monumentalismus individuelle
Ansätze und Haltungen sowie die Fokussierung auf bestimmte
Aspekte und Details entgegen. Sie werfen Fragen auf nach dem
Verhältnis von historischer Aufladung und kommerzieller
oder touristischer Nutzung (Kriemann, Zmijewski) sowie nach
der Relation (auto)biografischer Aspekte zu solchen von kollektiver
und nationaler Bedeutung (Baumann, Birrell, Föttinger,
Krauß/Svensson, Teller). Ideologie und Inszenierung
als Mittel politischer Diktatur werden auf unterschiedlichste
Weise dekonstruiert und diskutiert (Prinz, Ruckdeschel, Sakowski),
während umgekehrt die "Diktatur der Kunst"
(Meese) als radikale anarchische Gegenmacht gefordert wird.
Einige Künstler haben die Ausstellung zum Anlass genommen,
eigens neue Arbeiten zu schaffen oder bereits existierende
Werke zu erweitern und zu aktualisieren.
Anlässlich der Ausstellung erscheint eine Publikation
im Verlag für moderne Kunst Nürnberg, mit Beiträgen
von Eckhart Dietzfelbinger, Inge Manka, Ellen Seifermann und
Jan Verwoert.
Abbildungen von oben nach unten:
Jonathan Meese, TOTALADLER, Baby-CHEF der Kunst (das Ei
des Columbussy), 2007,
Courtesy: Contemporary Fine Arts,
Photo: Jochen Littkemann
Claus Föttinger, 200 Meilen etc., 1975/2008,
Juergen Teller, Nürnberg Winter 2, Nürnberg 2005,
2005, Smiling Ed, London 2005, 2005,
Courtesy of Juergen Teller and Lehmann Maupin Gallery
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