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Ausstellungsübersicht
2008
Mathieu Mercier. Ohne Titel (1993-2008)
14. Feb.-6. April 2008
Eröffnung: Mittwoch, 13. Feb., 20 Uhr
Die Werke des französischen Künstlers Mathieu Mercier
(geb. 1970) sind im ästhetischen Spannungsfeld von Design,
Konstruktivismus, Readymade und Popkultur angesiedelt. Anhand von
gewöhnlichen Haushaltsgegenständen, Lampen, Möbeln,
Autohauben, Schutzmasken oder auch einem Aquarium mit einer Seegurke
als Bewohner untersucht Mercier die Beziehungen zwischen den massenproduzierten
Alltagsobjekten heute und ihren ästhetischen Ursprüngen
in Kunst und Design seit den frühen 1920er Jahren. Dabei arbeitet
der Künstler mit den Mitteln der Deplatzierung, Rekonstruktion
und Kontextverschiebung zwischen funktionalem Produkt und künstlerischem
Objekt, zwischen alltäglichen Konstruktionen und futuristischen
Hightech-Visionen.
Die erste retrospektive Werkschau von Mathieu Mercier in Deutschland
wird in Kooperation mit dem Musée d´Art moderne de
la Ville de Paris organisiert, von einem Katalog begleitet und vom
Bureau des Arts Plastiques/CULTURESFRANCE unterstützt.
Beate Gütschow. Ganz woanders
24. April-15. Juni 2008
Eröffnung: Mittwoch, 23. April, 20 Uhr
Die großformatigen Fotografien von Beate Gütschow (geb.
1970) zeigen Natur- und Stadtlandschaften, die zwar an vertraute
Bilder erinnern, jedoch keine konkrete Ortsbestimmung mehr zulassen.
Die Landschaftspanoramen sind aus vielen Einzelbildern digital zusammengesetzt
und spannen den Bogen von der Idylle arkadischer Landschaften bis
zu den Steinwüsten zerfallender Metropolen. Mit den Mitteln
der Fotografie und der Computertechnologie reflektiert Beate Gütschow
Kompositionsschemata, die in der Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts
etwa von Claude Lorrain, Nicolas Poussin oder Jacob van Ruisdael
entwickelt wurden und welche sich ebenso als artifizielle Konstruktionen
erweisen wie Gütschows fiktive, monumentale Architekturen,
Brachflächen und Fragmente urbaner Zivilisation, die einst
Träger moderner Utopien gewesen sein könnten. Im Gegensatz
zu den idealtypischen Landschaftsidyllen der Vergangenheit wirken
die Menschen in Gütschows unwirtlicher Welt fremd und verloren.
Die Ausstellung Ganz woanders erfolgt in Zusammenarbeit mit
dem Haus am Waldsee in Berlin und wird von einem umfangreichen Katalog
begleitet.
Blaue Nacht
31. Mai 2008, 19-1.30 Uhr
(www.blauenacht.nuernberg.de)
Das Gelände
6. Juli-31. Aug. 2008
Eröffnung: Samstag, 5. Juli, 20 Uhr
Das von den Nationalsozialisten von 1933 bis 1938 für ihre
jährlichen Parteitage genutzte Gelände dokumentiert bis
heute mit seinen riesigen Dimensionen und den Relikten der monumentalen
Architektur, wie der Großen Straße oder der Zeppelintribüne,
Größenwahn und Machtanspruch. Das Dokumentationszentrum
Reichsparteitagsgelände und ein Informationssystem auf dem
Gelände informieren über dessen Geschichte und die ideologischen
Strategien des Naziregimes. Daneben wird das Areal heute als Sport-
und Freizeitpark genutzt, in dem mehr als 200 Kultur- und Sportveranstaltungen
jährlich stattfinden, von Open Air Klassikkonzerten bis zu
,Rock im Park´, vom Volksfest vor der Kulisse der Kongresshalle
bis zum Norisring-Rennen, um nur die bekanntesten zu nennen. Die
Ausstellung versammelt u.a. Arbeiten von Winfried Baumann, Ross
Birrell, Claus Föttinger, Susanne Kriemann, Bernhard Prinz,
Jürgen Teller und Artur Zmijewsky, die sich auf individuelle
Weise und aus eigener Initiative mit dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände
in Nürnberg auseinandersetzen. Die vorgestellten Werke werfen
Fragen auf nach dem Verhältnis von historischer Aufladung und
heutiger Nutzung des Geländes, nach der Relation (auto)biografischer
Aspekte zu solchen von kollektiver und nationaler Bedeutung oder
danach, welche Formen und Mittel künstlerischer Produktion
im Umgang mit diesem Thema überhaupt möglich sind.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
Die Ausstellung findet in Zusammenarbeit mit dem Dokumentationszentrum
Reichsparteitagsgelände statt.
Das GrashalmInstitut wird die Ausstellung mit temporären künstlerischen
Interventionen begleiten (Konzeption: Thomas May).
www.theater-medien.de
www.staatstheater-nuernberg.de/inhalte/
frameset.php?menu=1100&path=../
spielplan/veranstaltung.php?id=13464

Parallel zur Ausstellungseröffnung findet das Projektwochenende
"SchattenOrt Die profane Nutzung der Kongresshalle auf
dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände in Nürnberg"
statt; ein Projekt des Schauspiels am Staatstheater Nürnberg
und des Instituts für Theater- und Medienwissenschaft der Friedrich-Alexander-Universität
Erlangen Nürnberg.
Kiki Smith. Her Home
18. Sept.-16. Nov. 2008
Eröffnung: Mittwoch, 17. Sept., 20 Uhr
Die Reflexion über die menschliche Existenz, über Leben
und Tod, standen von Beginn an im Zentrum des Werkes der in New
York lebenden Kiki Smith (geb. 1954 in Nürnberg). Ihre ebenso
traumatischen wie poetischen Darstellungen des menschlichen Körpers
machten sie Ende der achtziger Jahre international bekannt. Nach
ihrer großen Retrospektive A Gathering 1980-2005, die
durch fünf amerikanische Museen wanderte (2006-07), hat Kiki
Smith nun für die Ausstellung in der Kunsthalle Nürnberg,
die in Kooperation mit dem Museum Haus Esters in Krefeld vorbereitet
wird, überwiegend neue Arbeiten geschaffen. Thematisch umspannt
die aktuelle Ausstellung Her Home das Leben der Frau von
der Geburt bis zum Tod. Ausgehend von der historischen Perspektive
häuslichen Lebens, wie es im protestantischen Neuengland tief
verwurzelt ist, entwickelt Kiki Smith ein metaphernreiches Spektrum
von Lebensweisen für Frauen jenseits der Ehe. Diese finden
Ausdruck in einer Vielzahl von Kunstgattungen und Materialien: Skulpturen
aus Porzellan, Gips und Bronze wechseln mit großformatigen
Zeichnungen, Drucken, Fotografien, Glasarbeiten oder Tapeten.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
Cao Fei
11. Dez. 2008-15. Feb. 2009
Eröffnung: Mittwoch, 10. Dez., 20 Uhr
In ihren Fotoserien, Videofilmen und Installationen befasst sich
die1978 in Gouangzhou geborene Cao Fei vor allem mit den rasanten
gesellschaftlichen und kulturellen Umbrüchen in China. Zentral
in ihren Arbeiten sind die Themen des ,Speed Urbanism´und
der soziale und ökonomische Wandlungsprozess auf dem Land,
wie etwa in der als ,Road Movie´ angelegten Film-Installation
Nu River, die sie 2007 auf der Biennale Lyon in einem Armeezelt,
ausgestattet mit Science-Fiction Bemalung und HipHop-Elementen,
präsentierte. Cao Fei vertritt eine junge Generation chinesischer
Künstlerinnen und Künstler, die selbst beteiligt ist an
den kulturellen Veränderungen in ihrem Land. In ihren ,Doku-Dramen´
wie etwa Cos Players, der 2006 in der Kunsthalle Nürnberg
zu sehen war, nimmt sie bewusst eine zwischen Innensicht und Außenblick
vermittelnde Perspektive ein, bei der Dokumentation und Fiktion
ineinander greifen. Vorgestellt werden auch die Projekte RMB-City
und I Mirror, die Cao Fei seit 2007 im Internet auf ,Second
live´ als utopische Städte und Lebensformen der Zukunft
entwickelt.
Zu der ersten umfassenden Einzelausstellung der chinesischen Künstlerin
in Deutschland erscheint ein Katalog.
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