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Die Reflexion über die menschliche Existenz standen von
Beginn an im Zentrum des Werkes der in New York lebenden Künstlerin
Kiki Smith, die 1954 in Nürnberg geboren ist. Ihre radikalen
Darstellungen des menschlichen Körpers verletzbar,
vergänglich, biologischen Prozessen ausgeliefert
machten sie Ende der achtziger Jahre international bekannt.
Sie kehrte das Innere des menschlichen Körpers nach Außen,
zeigte Blut, Sperma oder Tränen. In den letzten Jahren
entnahm sie wesentliche Anregungen auch der Literatur, etwa
den Erzählungen Lewis Carrolls und der Gebrüder
Grimm. Von hier aus hat sie die narrative Seite ihrer Werke,
die schon frühzeitig angelegt war, noch verstärkt.
Thematisch umspannt die aktuelle Ausstellung Her Home
das Leben der Frau von der Geburt bis zum Tod. Ausgehend von
der historischen Perspektive häuslichen Lebens, wie es
im protestantischen Neuengland tief verwurzelt ist, entwickelt
Kiki Smith ein metaphernreiches Spektrum von Lebensweisen
für Frauen jenseits der Ehe, und bezieht dabei auch die
kreative Frau als Prototyp der Künstlerin schlechthin
ein. Diese Darstellungen finden Ausdruck in einer Vielzahl
von Kunstgattungen und Materialien: Skulpturen aus Porzellan,
Gips, Aluminium und Bronze wechseln mit großformatigen
Zeichnungen, Drucken, Fotografien und Videoarbeiten. Im Zentrum
stehen jedoch die umfangreichen Glasarbeiten, die die Künstlerin
jüngst in der Mayerschen Hofkunstanstalt München
produziert hat. Nach ihrer großen Retrospektive A
Gathering 1980-2005, die durch fünf amerikanische
Museen wanderte (2006-07), hat Kiki Smith für die Ausstellung
in der Kunsthalle Nürnberg fast ausschließlich
neue Arbeiten geschaffen.
Zur Ausstellung, die in Kooperation mit dem Museum Haus Esters
in Krefeld vorbereitet wurde und anschließend an die
Fundación Jean Miró in Barcelona wandert, ist
ein umfangreicher Katalog erschienen (168 Seiten, Kerber Verlag,
24 Euro während der Ausstellung).
Abbildungen:
Search, 2008
Aluminiumguss, Blattgold und Blattsilber
Foto: Volker Döhne
Bouquet, 2007
Tusche auf Nepalpapier und Seidenpapier mit Lithokreide
Untitled (Oil Flowers), 2008
Öl auf mundgeblasenem Antikklarglas, Blattgold und Blattsilber
Installationsansicht Museum Haus Esters, Krefeld, 2008, Foto:
Volker Döhne
Heute, 2008
Holz und Lampenglas
Foto: Volker Döhne
Courtesy Kiki Smith und Pace Wildenstein, New York und Galerie
Barbara Gross, München
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