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El Dorado
Über das Versprechen der Menschenrechte

17.9-15.11.2009


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Das legendäre Goldland El Dorado ist wohl einer der meistgesuchten und doch nie gefundenen Orte: ein mythischer Raum, in den alle Wünsche nach materieller und sozialer Sicherheit projiziert werden können, ohne dass sich das Ideal an der Wirklichkeit messen lassen müsste. Für die internationale Gruppenausstellung El Dorado. Über das Versprechen der Menschenrechte ist dieser sagenumwobene Ort weniger eine geografische als vielmehr eine zeitliche Metapher. Sie steht für eine Zeit, in der sich das Versprechen der weltweiten Anerkennung und Durchsetzung der Menschenrechte erfüllt haben wird. Vielleicht eine Vorstellung, die noch weit phantastischer anmutet als die Utopie eines Landes aus Gold.
Mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, von den Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948 verkündet, hatte sich eine Völkergemeinschaft erstmalig und auf der Grundlage eines gemeinsamen Verständnisses der Menschenwürde auf weltweit geltende Menschenrechte geeinigt. In 30 Artikeln proklamierte die Generalversammlung klassische Freiheitsrechte, aber auch wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte. Die in der Kunsthalle Nürnberg gezeigten Fotografien, Videoarbeiten, Zeichnungen, Skulpturen und Installationen thematisieren Fragestellungen
menschenrechtlicher Relevanz. Dabei ist die formale wie inhaltliche Herangehensweise der
16 beteiligten KünstlerInnen, Künstlerduos und -gruppen sehr unterschiedlich. Einige Arbeiten widmen sich offensichtlichen Menschenrechtsverletzungen durch Krieg, Folter, Vertreibung oder Rassismus. Andere Werke thematisieren die Missachtung der Chancengleichheit oder des Rechts auf soziale Fürsorge oder sie setzen sich inhaltlich mit den Einschränkungen der Freiheitsrechte auseinander, die seit den Terroranschlägen auf das World Trade Center erfolgt sind.
Gemeinsam ist allen Positionen der Ausstellung, dass sie nicht versuchen, Konflikte zu illustrieren oder Menschenrechtsverletzungen zu visualisieren. Vielmehr bieten sie durch ihren Reichtum an psychologischen und formalen Schattierungen einen neuen Zugang zum Thema.
Die Gruppenausstellung El Dorado wird von einem umfangreichen zweisprachigen (dt./engl.) Katalog begleitet. Der Katalog enthält Texte zu allen Arbeiten, Essays von Olaf Arndt, Gabriele Mackert und Harriet Zilch sowie einen Text zu den Menschenrechten von Juli Zeh und erscheint im Kerber Verlag.



Abbildungen:

Martha Rosler, Point and Shoot, 2008, Leihgabe Galerie Christian Nagel, Berlin/Köln

Tobias Zielony, Ramshackle, aus der Serie Trona – The Armpit of America, 2008


Mathilde ter Heijne, What I don’t want, 2001, Leihgabe Sammlung Manja Gideon, Courtesy Arndt und Partner, Berlin

 

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