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Die 1951 in Antwerpen geborene Künstlerin Anne-Mie Van
Kerckhoven (AMVK) arbeitet seit den 1970er Jahren an Filmen,
computerbasierten Animationen, Zeichnungen, Musik und Texten,
die sie häufig in multimedialen Installationen präsentiert.
AMVK war ein prominentes Mitglied der belgischen Underground-Szene
der 1970er und 1980er Jahre, die in Ausstellungen und Performances
die gesellschaftlich akzeptierten, kulturellen Konventionen
in Bezug auf Macht, Politik und Sexualität hinterfragte.
Die Kunsthalle Nürnberg zeigt eine Auswahl von rund 120
Zeichnungen sowie Filme und Installationen der letzten 30
Jahre und gibt damit erstmals in Deutschland einen Überblick
über das bislang nur punktuell präsentierte Werk
der Künstlerin. Anne-Mie Van Kerckhoven verknüpft
in ihren Filmen philosophische Konzepte mit wissenschaftlichen
Terminologien, alchemistische Prozesse mit Gedanken über
die künstlerische Avantgarde, kunsthistorische Bezüge
mit ihren Erfahrungen als Frau und Künstlerin. Ihre Zeichnungen
sind häufig stark autobiografisch. Sie reflektieren AMVKs
Auseinandersetzung mit der sie umgebenden Welt und gleichen
einem visuellen Tagebuch. Über anderen Zeichnungen, deren
Motive teils aus pornografischen Magazinen entnommen sind,
liegt eine explizit erotische Spannung. Die für jeden
Ort individuell konzipierte Ausstellung und der retrospektiv
angelegte Katalog (Verlag der Buchhandlung Walther König,
45 Euro) entstanden in Kooperation mit dem Kunstmuseum Luzern
und dem Wiels Center for Contemporary Art, Brüssel.
Abbildungen:
Hoofd Boven Water Houden?, 1991
Interior Decoration and The Supernatural/The Wrong Use
Of Acquisitions, 2005
Psychology of the Imagination, 2006
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